Edwin „Eddie“ Marshall Jr. (* 13. April 1938 in Springfield, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger.
Marshall spielte schon in frühen Jahren in der Swingband seines Vaters und in Rhythm and Blues-Bands während seiner High-School-Zeit. 1956 zog er nach New York und entwickelte seinen Schlagzeugstil unter dem Einfluss von
Max Roach und
Art Blakey. Zwei Jahre später spielte er im Quartett von
Charlie Mariano und
Toshiko Akiyoshi; nach zwei Jahren in der US-Army kehrte er 1965 in Akiyoshis Band zurück. Ein Jahr spielte er mit
Mike Nock in der Hausband des Clubs „The Dom“ in New York, arbeitete in dieser Zeit auch mit
Stan Getz und begleitete die Sängerin
Dionne Warwick auf Tourneen. 1967 war er Mitglied der Fusion-Band „The Fourth Way“ in San Francisco, der neben ihm und Nock auch
Michael White und
Ron McClure angehörten. Von der Bay Area aus tourte Marshall mit der Band bis zu deren Ende zu Beginn der 1970er Jahre; dann spielte er mit
Jon Hendricks und mit den Pointer Sisters. Mitte der 1970er arbeitete er mit
Bobby Hutcherson, außerdem mit
John Klemmer, mit
Kenny Burrell und 1977 mit
Art Pepper. In diesem Jahr entstand auch Marshalls erstes Album unter eigenem Namen, „Dance of the Sun“ mit Hutcherson und
George Cables als Begleitmusikern. Um 1980 spielte er mit
Pharoah Sanders und mit
Ahmad Jamal. 1984 war er Mitglied der Formation „Bebop and Beyond“ mit
John Handy und Cables. Eine Herzoperation in diesem Jahr hinderte ihn vorübergehend am Fortsetzen seiner Schlagzeuger-Karriere; er verlegte sich auf die Blockflöte, begleitete aber 1985 bei seinen Aufnahmen für das Album „California Meeting“; 1987 erneut Toshiko Akiyoshi auf ihrem Trio-Album „Interlude“ 1987. Außerdem betätigte er sich als Lehrer an der
San Francisco School of the Arts. Sein zweites Album als Leader entstand 1999 (
Holy Mischief). Er war Anfang des Jahrtausends mehrere Jahre in der
San Francisco Arts Commission für Musik verantwortlich.